H.i.K – „Heimatlos in Köln“ oder „Eine Frau macht sich stark!“

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Die einen nennen sie Penner, die anderen sagen Obdach- oder Wohnungslose zu ihnen. Manche leben freiwillig auf den Straßen Kölns, andere nur aus der Not heraus. Ob sie nun persönlich so entschieden haben oder gezwungenermaßen ein Leben unter freiem Himmel führen ist nicht immer nachvollziehbar. Viele von ihnen sind schon so lange unterwegs, machen Platte, wie man so schön sagt und stellen sich den Risiken und Abenteuern die sie dort draußen erwarten. Eine von ihnen ist Linda Rennings, die als „Kölsche Linda“ mittlerweile einen erheblichen Bekanntheitsgrad aufgebaut hat. Sie war eine von ihnen(und ist es in ihrem Herzen geblieben) und fand nach jahrelanger Zeit auf der Straße zurück in ein normales Leben. Normales Leben? Was soll denn an dem Leben in eigenen oder angemieteten vier Wänden normaler sein? Ehrlich gesagt, mir fällt nichts ein was normaler daran wäre, ausser luxuriöser und weniger kalt im Winter. Es sei denn man muss sich mit Vermietern rumplagen die die Heizung nicht reparieren lassen. Seis drum, der Obdachlose an sich freut sich im Winter natürlich genauso über eine warme Stube wie der, der das Glück hat in Köln ein Dach über dem Kopf zu haben.

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(Foto mit freundlicher Genehmigung von Linda Rennings)

Und genau da kommt Linda Rennings ins Spiel.Sie gründete im letzten Jahr den Verein, “ Heimatlos in Köln“ , kurz H.i.K genannt. Ihre Herzensangelegenheit sind vor allem obdachlose Frauen, da gerade diese in der Gesellschaft ein doppelt schwieriges Dasein haben. Manche werden mehr oder weniger als Freiwild betrachtet und es ist schon so manche dabei schwer physisch wie psychisch verletzt worden. Beschimpfungen von Obdachlosen sind an der Tagesordnung. Wenn man aber einmal hinter die Kulissen schaut und sich mit den Einzelschicksalen näher befasst, wird man oft erstaunt sein. Der Penner von der Ecke, der vermeintliche Trunkenbold vorm Discounter oder die ungewaschene Schlampe von der Brücke XYZ, sind Menschen wie Du und Ich. Haben Abitur, hatten Jobs, Familien usw…dann kam das Schicksal und schlug ihnen ein Schnippchen. Einige fingen sich wieder und andere entwurzelten. Nun ist nicht jeder Obdachloser ein Akademiker, jedoch ist dies auch nicht jeder der ein Dach über dem Kopf hat. Es gibt sie nicht, die Garantie für den vermeintlich besseren Menschen,für die sich einer dem es gut geht, gerne hält und naserümpfend, gar Fingerzeigend auf den Wohnungslosen schaut.

Dies kann man bestimmt auch nachlesen in der Zeitschrift „Draussenseiter“ für die Linda Rennings u.a.schreibt. Auch dem Tierschutz fühlt sie sich verbunden, denn gerade Tiere, insbesondere Hunde sind oftmals die besten Freunde der „Berber“, wie sie ebenfalls genannt werden, die Menschen die Wind und Wetter trotzen und deren Akzeptanz in der Bevölkerung auf mehr Verständnis wartet. H.i.K nimmt sich ihrer an und hofft nun auf Unterstützer dieses Vereins. So fand erst kürzlich das gemeinsame Osterfrühstück statt und auch der winterliche Kältegang ist ein Zielprojekt des Vereins. Gut besucht und mit künstlerischen Darbietungen untermalt, wurde das Zusammensein der „Heimatlosen“ und der „Wohnenden“ zu einem ersten Erfolg für H.i.K. Man nährte sich an und so darf es gerne weiter gehen. Ein großes Ziel ist die Schaffung einer Begegnungsstätte, diese wird nicht nur als erste Anlaufstelle sondern auch dem gegenseitigen Kennenlernen auf beiden Seiten der Kölner Gesellschaft dienen. Vielleicht wird dadurch das typische Klischeedenken neue Muster erfahren.

Wer den Verein tatkräftig oder mit einer Spende unterstützen möchte, findet hier die erste Anlaufstelle:
Mail: HIK-Heimatlos@gmx.de

So gibt es zur Zeit erst 7 Mitglieder und die Initiatorin Linda Rennings und ihre rechte Hand Matthias Raimann wünschen sich mehr freiwillige Helfer in aktiver und passiver Form. Gesucht werden Sponsoren in u.a. Gastro und Versicherungsbereichen. Ein weiteres großes Ziel ist ein Fahrzeug um die Mobilität an Wochenenden zu gewährleisten. Nicht um Freizeitangebote zu verfolgen, wie böse Zungen vielleicht behaupten würden, sondern um z.B. Essen an die Wohnungslosen auszuliefern.

Im übrigen denke ich, es sind auch Tierfutterspenden sehr willkommen. Doch wohin damit? Ein weiterer Grund eine vernünftige Anlaufstelle für Spenden zu haben. Wer also über eine Lagermöglichkeit verfügt, die er kostengünstig zur Verfügung stellen kann, der darf sich ebenfalls gerne bei H.i.K melden.

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Und sagt nun nicht „Ja und! So etwas passiert mir nicht. Wer oder was gibt einem die Garantie? Schauen wir uns um in der Welt und betrachten z.B. das „Flüchtlingsproblem“. Auch diese Menschen hatten wohl bis vor kurzem noch ein „eigenes Dach“ über dem Kopf. So gesehen ist just zu diesem Zeitpunkt auch Hilfe für Kölns Obdachlose ein gesellschaftlich notwendiger Schritt.

Übrigens habe ich ein Jahr lang selbst auf den Straßen gelebt. Nicht weil ich es musste, Nein – weil ich es wollte. Und neben dem abenteuerlichen Aspekt,konnte ich mir auch Gedanken über Menschen machen. Dabei prägte sich der Gedanke : „Reichtum ist nicht Besitz sondern der wache Blick auf die Welt um einen her.“ So ist es bis heute geblieben. Ich besitze Weisheit jedoch kein Geld. Vielleicht wurde ich darum Künstlerin, damit mir die Schönheit der Welt nicht verloren ging und der objektive Blick auf das Leben nicht verstellt wurde.

Der „Kölschen Linda“ wünscht die „Kölsche Rundfrau“ jedenfalls „ALLES GUTE FÜR H.i.K und seine Projekte“.

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