Der Wolf an den Externsteinen

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Externsteine  (Foto: ©Elisabeth van Langen )

 

 
 
 
 
 

Endlich war es mir gelungen die legendären Externsteine zu besuchen.  Nach einer Tour in Niedersachsen fuhren meine Begleitung, unser Hund und ich durch den Teutoburger Wald. Die Wegweiser am Straßenrand zeigten an, es war nicht mehr weit und wir würden sie sehen, die wohl bekanntesten Steine Deutscher Geschichte. Auf dem Parkplatz angekommen machten wir zunächst eine  kleine Vesper. Nur wenige Fahrzeuge waren dort und so hatten wir fast menschenleere Wege vor uns. Vorfreudig zogen wir los. Ich hatte unseren Hund an der Leine. Er fand die Gerüche rund herum recht spannend und erledigte seine Bedürfnisse. Auf dem Weg zu den Steinen lag das Restaurant „Zum Felsenwirt“ und ein Informationszentrum. Beide wirkten geschlossen,  jedoch waren sie geöffnet, wie ich auf dem Rückweg feststellen konnte. Diese Gebäude liegen etwas tiefer als der eigentliche Weg zu den Externsteinen, die man bereits erahnen konnte.  Schräg gegenüber befand sich neben einem kleinen Bachlauf ein Kiosk mit Pommesverkauf, welches aber geschlossen war. Rechts davor am Waldrand befand sich ein großer hölzerner Abfallbehälter. Aus der Ferne sahen wir einen Hund auf uns zukommen.  Zumindest war dies der erste Gedankengang. Was machen sie als Hundebesitzer wenn sie sehen, es kommt ihnen ein leinenloser Hund entgegen? In der Regel machen sie ihren Hund auch von der Leine um eine Kollision zu vermeiden, denn meist ist es das Problem des Ungleichgewichtes, was zu Stress unter Hunden führt. Doch irgendwie stellte sich diese Frage nicht. Mir war klar, er bleibt an der Leine und so blickte man nochmal in Richtung fremder Hund, ein Herrchen oder Frauchen erwartend. Doch es kam niemand. Statt dessen näherte sich zielsicher und selbstbewusst dieser Hund, der bei näherem hinsehen wie ein Wolf aussah. Zu meiner Begleitung sagte ich: „Schau mal, der sieht aus wie ein Wolf!“ Diese sagte: „Ja das dachte ich auch gerade!“ Sekunden später sagten wir wie aus einem Mund: „Es ist ein Wolf!“
Ich blickte auf unseren Hund und wieder Richtung Wolf. Alles ging sekundenschnell, wir machten einen Schritt nach unten auf die Höhe, besser gesagt Tiefe des Gasthauses Felsenwirt hinab und ließen dem erhabenen Tier den Weg. Meine Gedanken kreisten um unseren Hund. Ich dachte nur, „Hoffentlich verhält der sich ruhig und signalisiert dem Wolf nicht irgendeine Antipathie“. Dann waren wir auf gleicher Höhe. Wir standen dort unten wie angewurzelt und er lief mit einem Seitenblick auf uns zielstrebig weiter. Der Hund hatte ihn auch bemerkt und auch er schenkte dem Wolf einen Seitenblick. Er sagte nichts weiter, kein Knurren, kein Bellen und kein an der Leine ziehen. Es war wie „Respekt“ und registrieren zugleich.

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Externsteine (Foto: ©Elisabeth van Langen )….über diesen Pfad kam er uns entgegen…..

Unser Blick schaute dem Tier nun nach. Nein, es hatte kein Halsband an und somit erhärtete sich unser Glaube an den Wolf. Es kam kein Wanderer, der verzweifelt seinen Hund suchte. Statt dessen schnürte der Wolf nach einem gekonnten Blick in die Abfalltonne, was aussah wie schon etliche Male gemacht, in den Wald hinein. Wir standen immer noch da und fanden nur langsam unsere Sprache wieder. Zunächst lobte ich einmal unseren Hund für seine Souveränität. Wahrscheinlich hatte er genau gespürt, was oder wer uns da begegnet und vorsichtshalber keine Eskapaden angefangen. Dann redeten wir darüber: „Es war einer, oder?“ „Ja war es! Das war kein Hund!“ Normalerweise mache ich auf meinen Touren zahlreiche Fotos und auch meine Begleitung hatte ihre Kamera umgehängt, jedoch waren wir beide nicht in der Lage um auch nur an ein Foto zu denken. Unsere Gedanken waren nur: „Hoffentlich geht diese Begegnung gut und der Hund verhält sich ruhig.“ Meine Gedanken galten neben dem Hund auch meiner schwangeren Begleitung, die gerade den 5. Monat ihrer jungen Schwangerschaft begonnen hatte. Leicht verwirrt und immer wieder rückwärts blickend setzten wir den Weg fort und kamen kurz darauf bei den Externsteinen an. Imposant, geheimnisvoll und abenteuerlich lagen sie vor uns, jedoch konnten wir uns nicht an ihnen erfreuen. Immer wieder dachten wir an diesen Wolf und reflektiertem im Gespräch: „Es war ein Wolf! Da bin ich mir sicher.“ Auf dem Rückweg der dann auch recht bald angetreten wurde brachte meine Begleitung den Hund ins Auto und ich suchte im ausgetrockneten Bachlauf neben dem Abfalleimer am Kiosk nach Spuren. Leider konnte ich keine entdecken, zu gerne hätte ich wenigstens davon ein Foto gemacht. Jeder dem wir diese unglaubliche Geschichte erzählen sagt:“ Warum habt ihr keine Fotos gemacht?“ Die meisten glauben immer noch wir hätten einen herrenlosen Hund gesehen.  Aber mal ehrlich, zwei Personen die das gleiche denken und seit Jahrzehnten Hunde kennen, die auch schon Wölfe in Tierparks gesehen haben und ein Hund der sich ebenfalls anders als normal verhält, die werden sich ja wohl nicht irren.

Bei den Externsteinen lebt ein Wolf!

 

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 Gasthaus Felsenwirt(Foto: ©Elisabeth van Langen )……auf dieser Höhe trafen wir ihn…..

Vielleicht ist es ein einzelner, der ein Weibchen sucht. Vielleicht aber auch einer aus einem Rudel.
Jedenfalls sind sie im Teutoburger Wald angekommen und ich bin sicher, wir hatten das Glück einen in freier Wildbahn zu sehen.

 

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Externsteine (Foto: ©Elisabeth van Langen )

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