Der traurige Schneemann

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(Eine Geschichte zur Weihnachtszeit, angedacht von Barbara Schroeer-Kleinjans für ihre Enkelkinder , bearbeitet und ergänzt von Elisabeth van Langen)

Es war Dezember und nur noch eine Woche bis zum Weihnachtsfest. Alle Menschen wünschten sich, dass es endlich schneien würde, denn Weihnachten mit Schnee wäre wunderschön.

Auch die Kinder Florian, Basti, Jasmin und Saskia wünschten sich Schnee, denn sie wollten einen Schneemann bauen. Jeden Tag hofften sie, dass es endlich schneien würde. Abends gingen sie immer ein wenig traurig zu Bett, wenn es immer noch keinen Schnee gegeben hatte.

Als sie nun am Morgen aufstanden und aus dem Fenster schauten war alles weiß, denn es hatte die ganze Nacht über geschneit und sie hatten es nicht bemerkt. Jetzt konnten sie es kaum noch abwarten mit dem „nach draußen dürfen und ab in den Schnee“. Eigentlich wollten sie auch auf ihr Frühstück verzichten, doch da waren ihre Eltern dagegen und bestanden auf ein gutes Frühstück für ihre vier Kinder.

So brav wie an diesem Morgen waren sie sonst nie beim Frühstück und so durften sie auch bald raus in den Schnee. Zuerst rollten sie eine große, danach eine etwas kleinere und dann eine noch kleinere Schneekugel.

Saskia hatte die Idee, den Schneemann genau vor das Fenster zum Wohnzimmer zu bauen, damit der Schneemann den Weihnachtsbaum sehen konnte.

Jasmin, Florian und Basti fanden die Idee toll und so brachten sie die schweren Schneekugeln dorthin und setzten sie aufeinander. Zuerst die große, dann die etwas kleinere und zum Schluß die kleinste Kugel.

Damit der Schneemann aber auch den Weihnachtsbaum sehen konnte, brauchte er Augen, welche Jasmin und Saskia aus kleinen blauen Perlen ihm ins Gesicht drückten. Florian und Basti holten einen Eimer, welcher als Hut dienen sollte und eine Möhre, diese war dann die Nase des Schneemannes. Dann bekam der Schneemann noch einen Besen und einen Schal, damit ihm nicht zu kalt wurde.

Jeden Tag waren die Kinder bei ihm und tanzten um ihn herum, besserten hier und da etwas aus und freuten sich auf den Heiligabend. Endlich am 24. Dezember, gegen 18 Uhr wurde die Beleuchtung am Weihnachtsbaum eingeschaltet. Der Schneemann konnte sehen, was in dem Wohnzimmer geschah und er sah, dass alles glänzte und glitzerte und die Kinder Weihnachtslieder sangen.Dann packten sie ihre Geschenke aus und dem Schneemann wurde es ganz komisch. Irgendwie war er ein wenig traurig, er fühlte sich einsam dort draußen, so alleine und im Wohnzimmer sah er eine große glückliche Familie.

Am nächsten Morgen kamen die Kinder wieder zu ihm und sahen, dass dicke Tropfen aus seinen Augen rannen und sie fragten sich, warum er nur so traurig war.

Wieder hatte Saskia eine Idee. Sie meinte: „Vielleicht sollten wir noch einen Schneemann bauen, dann ist er nicht so alleine hier draußen und weniger traurig.“ Schnell bauten die Kinder einen zweiten Schneemann. An diesem Abend war der Schneemann nicht mehr so traurig.

Am nächsten Morgen jedoch weinte er wieder und diesmal noch heftiger. Es war wärmer geworden und der Schnee begann zu schmelzen. Er wusste, nun würde es nicht mehr lange dauern und von ihm wären nur noch Hut, Schal, Besen, Perlenaugen und Möhrennase übrig und er würde die Kinder nicht wiedersehen.

Die Kinder kamen zu ihm gelaufen und trösteten ihn und versprachen: „Sobald neuer Schnee liegt, bauen wir dich wieder auf und vielleicht kannst du ja auch im nächsten Jahr zu Weihnachten wieder bei uns sein.“ Die Kinder sahen den Schneemann verschwörerisch an und umarmten ihn alle vier noch einmal.

Und jedes Jahr zur Weihnachtszeit machten sie ihr Versprechen wahr und bauten einen großen schönen Schneemann direkt vor das Wohnzimmerfenster.

(©Barbara Schroeer-Kleinjans)

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Ein Kommentar zu “Der traurige Schneemann

  1. Ganz lieben Dank, liebe Elisabeth, dass Du meine Geschichte nun mmit einigen Verbesserungen , veröffentlicht hast! G.L.G Babs

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