Eifelheiler

Da lag er nun vor mir, ein Geburtstagsgeschenk meines Sohnes, mein erster Eifelkrimi, geschrieben vom Bornheimer Krimi-Autor Rudolf Jagusch. Ursprünglich gebürtig aus Bergisch-Gladbach, immer noch lebend in unserer Region, bringt er in seinem Krimi „Eifelheiler“ die Welt der „Ureinwohner“ und „Zugereisten“ auf den Punkt. So kann sich der Leser auf einen menschlich guten Krimi einstellen, der nebenbei auch das ein oder andere Vorurteil beleuchtet.

Seine Protagonisten, die Kommissare Hotte Fischbach(ein gemütlicher Dicker, mit bewegter Vergangenheit) und Jan Welscher (ein schwuler smarter junger Mann, der aus Köln in die Eifel kam) müssen sich mit dem Mord an der Heilerin Veronika Kramann auseinandersetzen. Diese hatte die Gabe des „Gesund betens“. Wer war ihr, der von der Bevölkerung sehr geschätzten älteren Frau so schlecht gesonnen? Was war das Mordmotiv? Fragen über Fragen, die Fischbach & Welscher zu klären versuchen. Nebenbei werden sie noch mit ihren eigenen Problemen konfrontiert. Hier und da wird der Leser schmunzeln, denn Örtlichkeiten und auch Persönlichkeiten (frei erfunden) sind sehr gut dargestellt und spiegeln die Welt der Eifel wieder.

Die Jagd nach dem wahren Täter und dem Motiv führt uns bis in die „Unterwelt“ von Kronenburg. Oftmals hat man das Gefühl hautnah dabei zu sein. So sieht man vieles bildlich vor sich und wer ein wenig die „Eifeler Mentalität“ kennt, der wird bei mancher Passage zustimmend nicken. Unterhaltsam geschrieben und keineswegs realtitätsfern. Auch der typische Eifelpfarrer fehlt nicht. Der obligatorische Eifelimker wurde hier allerdings durch einen Bonbonfabrikanten ersetzt. Auch nicht schlecht! Erwähnt wird auch die gute alte Monschauer Senfmühle. Ich sage mal, gut gemacht Herr Jagusch. Mir gefällt das Team Fischbach & Welcher und ich kann nur hoffen, es wird noch mehr davon geben. Was mich ein wenig irritierte war die Beschreibung der Larissa. Wurde mir schnell klar, sie ist wohl ein Mann, fehlt mir am Schluss jedoch der abgerundete Übergang. Zwar wird alles deutlich, jedoch ist es zu schnell und somit etwas holperig erklärt. Auch das TIMP, gab es zum Erscheinungstermin des Romans bereits nicht mehr. Jedoch wissen Insider natürlich von was die Rede ist. Dies schmälert aber keineswegs den wirklich guten und unterhaltsamen Kriminalroman. Ein absolutes „Yes“ für alle Eifelfans und solche die es werden wollen.Bild

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s